Hier kannst du mehr über die Herstellung von natürlichen Pigmenten erfahren.
Natürliche Pigmente
Das Herstellen von eigenen Pigmenten aus Naturmaterialien hat etwas sehr Meditatives. Das Sammeln von Erde und Steinen beruhigt. Das Zermahlen von Asche und verbranntem Holz befreit. Es entschleunigt, denn der Prozess braucht seine Zeit. Natürliche Pigmente haben eine charakteristische Haptik und begeistern durch ihre Bandbreite an Farbnuancen. Durch die individuelle Geschichte der verschiedenen Naturalien erhalten meine Gemälde eine besondere Tiefe. Viele der Pigmente entstehen durch jahrhundertealter Materialien - geschaffen von der Natur. Die meisten Pigmente werden noch lange nach uns beständig bleiben. Sie tragen eine uralte Energie in sich, die du in meinen Bildern deutlich spüren kannst. Lass dich von dieser erdenden Wirkung berühren, beruhigen und beleben.
Schwarzes Pigment aus Holzkohle
Holzkohle entsteht durch das Verbrennen von trockenem Holz. Damit das Holz verkohlt, wird ihm Sauerstoff entzogen. Für die Herstellung von Pigmenten eignen sich Holzkohle-Stücke, die auch als Brennstoff verwendet werden, oder Kohle-Reste, die z.B. bei einem Lagerfeuer übrig bleiben.
Zuerst müssen die großen Holzkohle-Stücke zerkleinert werden. Hierzu eignet sich ein Steinmörser. Kleinere Mengen erleichtern das Mörsern.
Danach werden die zerstoßenen Holzkohle-Teilchen mit einem feinmaschigen Sieb zu einem feinen Pulver gesiebt. Die übrig gebliebenen Kohle-Reste im Sieb können noch einmal gemörsert und gesiebt werden.
Ein feinmaschiges Sieb ist wichtig, damit die Partikel zu einem pulvrigen Pigment verarbeitet werden können.
Das Pigmentpulver kann dann mit einem Bindemittel und Wasser angerührt werden. Es ist bereit zum Malen. Es empfiehlt sich, die Farbe luftdicht aufzubewahren. Natürliche Pigmente können aufgrund von Verunreinigungen leichter verderben, weswegen eine regelmäßige Kontrolle wichtig ist.
Rotes Pigment aus Sandstein
Auch weiche Steine wie Sandstein lassen sich prima zu Pigmenten verarbeiten. Wie dieser rote Sandstein, den ich beim Spazieren gefunden habe.
Manchmal zerkleinere ich die Steine (je nach Härtegrad) zuerst mit einem Hammer bevor ich zum Mörsern übergehe.
Durch geduldiges Mörsern und Sieben entsteht dieses wunderschöne rote Pigmentpulver.
Das Pigment kann nun mit Wasser und einem Bindemittel (z.B. Acrylbindemittel auf Pflanzenbasis) angerührt werden.
Welche Materialien eignen sich für natürliche Farben?
Für die Herstellung von Farbpigmenten eignen sich folgende Naturmaterialien besonders gut (zumindest aus meiner Erfahrung): trockene Erde, weiche Steine, Asche, Holzkohle. Es gibt auch die Möglichkeit, aus verschiedenen Pflanzen, Gräsern und sogar Pilzen Farben herzustellen. Das möchte ich unbedingt auch bald ausprobieren. Weitere Arten, natürliche Farben herzustellen, können mit Kaffee, Tee oder Gewürzpulvern (z.B. Kurkumapulver) erfolgen. Wenn du nach kräftigen Farben aus natürlichen Pigmenten suchst, kannst du im Künstlerbedarf vorbeischauen. Dort gibt es oft eine riesige Auswahl an naturbelassenen Farbpigmenten. Ansonsten bin ich ein großer Fan vom Experimentieren im Sinne von "trial and error".
Wo kommen die Naturmaterialien vor?
Du kannst Erde und Steine natürlich überall dort entdecken, wo es Natur gibt (bitte nicht im Nachbarsgarten anfangen, zu buddeln). Du kannst auch beim städtischen Bauhof oder in einem Steinbruch freundlich fragen, ob du dir ein Glas Erde bzw. Steine abfüllen darfst. Vielleicht hast du auch eine Baustelle in der naheliegenden Umgebung, wo gerade Erde abgetragen wird. Dann kannst du auch dort lieb anfragen. Wenn du aus Asche oder Holzkohle Farbe herstellen möchtest, kannst du ausgekühlte Überbleibsel von einem Lagerfeuer oder aus dem Ofen entnehmen.
Gibt es bei der Suche etwas zu beachten?
Bei der Suche nach Naturmaterialien für die Herstellung eigener Pigmente gibt es durchaus etwas zu beachten. Nicht in jedem Land ist es erlaubt, z.B. Steine mit nachhause zu nehmen. Daher ist es ratsam, sich erst die Bestimmungen des jeweiligen Landes durchzulesen, bevor im nächsten Urlaub einem die Handschellen angelegt werden (das gilt übrigens auch für Muscheln). Die natürlichen Rohstoffe sind kostbar, weswegen es wichtig ist, sie schonend zu behandeln. Ich empfehle dir, nur loses Material in kleinen Mengen zu sammeln und nicht, die Natur oder das Landschaftsbild zu zerstören (z.B. durch gezieltes Abbrechen von Gestein).
Was ist wichtig bei der Herstellung?
Die Gesundheit geht immer vor. Da eine Herstellung von Pigmenten aus natürlichen Rohstoffen zu Feinstaub führt, ist eine Staubmaske zum eigenen Schutz notwendig. Wenn du grobe Steine mit dem Hammer oder Mörser bearbeitest, könnten kleine Splitter in deine Augen gelangen, weswegen eine Schutzbrille sinnvoll ist. Ansonsten ist es wichtig, deinen Arbeitsplatz und deine Arbeitsgeräte nach dem Arbeitsprozess gründlich zu reinigen. So beugst du Verunreinigungen vor.
Womit werden die Pigmente angerührt?
Du kannst deine Pigmente mit verschiedenen Bindemitteln anrühren. Inzwischen gibt es auch einige Anbieter, die Acrylbindemittel auf Pflanzenbasis in flüssiger und cremiger Konsistenz herstellen. Ich vermische die Pigmente immer zuerst mit etwas Wasser, um die Pigmente darin zu lösen. Erst dann rühre ich das Bindemittel unter. Ich habe auch schon bei einer anderen Künstlerin gesehen, dass diese zum Anmischen der Farbe Pflanzendrinks verwendet. Meine eigenen Erfahrungen damit möchte ich definitiv noch sammeln.
Wie werden die Pigmente aufbewahrt?
Das Pigmentpulver kannst du in sauberen und trockenen Gläsern aufbewahren. Sie sollten auf jeden Fall luftdicht sein und nicht in direkter Sonneneinstrahlung stehen, da die Farbe sonst verblassen könnte (das gilt auch für die angerührte Farbe). Steine solltest du zunächst mit Wasser abspülen, um möglichen Schmutz zu beseitigen. Wenn du Erde gesammelt hast, überprüfe sie auf Insekten, Steinchen und getrocknete Gräser. Stelle sicher, dass deine (vorher gereinigten) Naturmaterialien vor der Verarbeitung trocken sind. Deine fertig angemischten Farben kannst du ebenfalls in saubere und luftdichte Gefäße abfüllen.
Wie sieht es mit der Haltbarkeit aus?
Da reine Naturprodukte (z.B. Erde) trotz ordentlicher Verarbeitung Verunreinigungen enthalten, können eigens angerührte Farben bei längerer Aufbewahrung verderben. Das erkennst du an einem fauligen Geruch oder an Schimmelbefall. Überprüfe deswegen bitte regelmäßig deine Farben und lass sie nicht in der Nähe von Wärmequellen stehen (Bakterien mögen es warm). Wenn du länger nicht malen solltest, empfehle ich dir deine Farben dennoch immer wieder mal zu öffnen, mögliche Feuchtigkeit abzuwischen (auch am Deckel) und sie umzurühren. Um die Farbe nach dem Mal- und Trocknungsprozess dauerhaft haltbar zu machen, kannst du Firnisse aus z.B. Lavendelöl (aus dem Künstlerbedarf) oder wasserverdünntem Acrylbindemittel auf Pflanzenbasis verwenden. Es ist ratsam, dies an einer unauffälligen Stelle zunächst auszutesten, da sich manche Pigmente durch die Flüssigkeit wieder anlösen können oder die Farbqualität sich ändern könnte. Vorsichtiges Ausprobieren und sanfte Pinselstriche können beim Auftragen vom Firnis hilfreich sein.
Dein individuelles Gemälde aus Naturpigmenten
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